San Diego




Die Schweizer Familie Marchon in Kalifornien
Sonntag - Zeit um auszuschlafen … Am spaetern Vormittag verlasse ich das Hotel und mache mich auf zu einem Stadtrundgang. Ich habe noch fast den ganzen Tag Zeit - mein Flug zurueck geht erst gegen Abend. Das Hotel befindet sich direkt neben der Space Needle - einem Aussichtsturm der seinerzeit fuer eine Weltausstellung gebaut wurde, die in Seattle stattgefunden hat.

Ebenso das Monorail, das das Gebiet um die Space Needle mit Downtown verbindet. Ich kaufe mir einen Kaffee bei Starbucks (wo sonst? Starbucks kommt urspruenglich aus Seattle - siehe unten - und so ist es kein Wunder dass es hier noch mehr Fillialen hat als in den anderen amerikanischen Staedten …) und fahre mit dem Monorail in die Stadt. Die Fahrt ist recht kurz und dann befindet man sich mitten in Downtown. Seattle hat ein recht lebhaftes Zentrum mit vielen Einkaufsmoeglichkeiten und auch an einem Sonntagmittag hat es durchaus ein paar Leute … Das ist nicht ueberall so …

Seattle ist auch eine der wichtigsten Hafenstaedte an der Westkueste der USA und es gibt auch einige vorgelagerte Inseln, die mit der Stadt durch Faehren verbunden sind. Aehnlich wie in San Francisco und anderen Kuestenstaedten gibt es auch hier eine “Waterfront”, d.h. ein alter Teil des Hafens nahe am Zentrum der sich in ein Touristengebiet mit Restaurants, Laeden und anderen Attraktionen verwandelt hat. Es gibt auch ein altes historisches Tram, das hier hin- und her faehrt.

Gegen Nachmittag klart auch das Wetter noch ein wenig auf - man sagt, Seattle sei eine der Staedte mit den haeufigsten Regenfaellen in den USA - und die Sonne zeigt sich kurz ein bisschen.

Schliesslich mache ich mich noch auf den Weg, um das “Ur-Starbucks” zu suchen - und es sieht ganz anders aus, als ich es erwartet habe - es ist naemlich nur ein relativ kleiner Laden in der “Marktgasse” von Seattle …

Am Samstag wache ich auf, es wird gerade hell draussen. Der Zug faehrt gerade durch die Schlucht des Sacramento River in Nordkalifornien - nanu? Hier sollten wir eigentlich etwa um 5 Uhr morgens sein … Da kann etwas nicht stimmen. Ich stehe auf und gehe in den “Parlour Car” - das ist der Lounge Wagen fuer die Erstklass (= Schlafwagen)-Fahrgaeste - um dort einen Kaffee zu trinken (Fruehstueck, auch gratis bzw. inbegriffen, wie alle Mahlzeiten). Spaeter folgt eine Durchsage des Zugfuehrers - wir haben etwa 3 Stunden Verspaetung, weil wir in der Nacht bei Redding rund 2 1/2 Stunden warten mussten, bis die Strecke repariert war. Eine Schiene war gebrochen. Ich habe von alldem nichts gemerkt und anscheinend doch recht gut geschlafen …
Nach dem Halt in Dunsmuir fuehrt die Fahrt um den Mount Shasta herum - einen der suedlichsten Gipfel in der Cascades-Gebirgskette (die groesstenteils aus - mehr oder weniger - erloschenen Vulkanen besteht, so auch der Mt Shasta). Von der Nordseite her sieht das etwa so aus:

Wir befinden uns inzwischen in einer eher leeren Gegend mit wenig Ortschaften - Nordkalifornien und der Sueden von Oregon sind nicht sehr dicht besiedelt. Es gibt hier vor allem Wald …
Nach Klamath Falls haelt der Zug auch noch in Chemult (warum? Es hat nur ein paar Haeuser und man sieht niemanden ein- oder aussteigen …). Danach fuehrt die Strecke ueber die Gebirgskette und auf der anderen Seite ins Willamette Valley hinunter - hier auf dem Berg hat es recht viel Schnee …

Und bei jedem laengeren Halt steigen ein paar aus und koennen es nicht lassen, eine Zigarette zu rauchen - im Zug ist naemlich Rauchen nicht erlaubt … Wir sind inzwischen in Eugene, der zweitgroessten Stadt von Oregon und haben immer noch 3 Stunden Verspaetung …

Da wir soviel Verspaetung haben, wir es jetzt schon bald wieder dunkel - die weiteren Halteorte verschwinden schon wieder in der Nacht: Albany, Salem, Portland … etc. Am spaeten Abend treffen wir schliesslich in Seattle ein - wir haben ein wenig aufgeholt und haben nur noch 2 1/2 Stunden Verspaetung. Ich nehme ein Taxi und fahre zu meinem Hotel, wo ich etwa gegen Mitternacht ankomme…
Fuer dieses Wochenende habe ich mir einen kleinen Ausflug mit dem Zug nach Seattle geplant. Die Bahnfahrt dauert rund 24 Stunden, Abfahrt am Freitagabend und Ankunft am Samstagabend. Die Reiseroute fuehrt mich zuerst mit Caltrain (unserem lokalen Vorortszug, der zwischen San Jose und San Francisco verkehrt) ab Mountain View nach San Jose. Dort trifft die Stichbahn auf der Halbinsel von San Francisco auf die Kuestenlinie, die von Los Angeles her der Kueste entlang nach Norden verlaeuft. Ich muss also dort in den Amtrak-Zug umsteigen.

Im Amtrak “Coast Starlight” (die Fernverkehrszuege von Amtrak haben fast alle Namen, die oft ihren Ursprung in ebenfalls mit Namen versehen Zuegen der Vorgaengerbahnen haben. Manchmal sind die Namen der Amtrak-Zuege jedoch eine Kombination oder Abwandlung dieser Vorgaenger-Namen. Auf der Strecke San Francisco-Los Angeles verkehrte zum Beispiel zu Southern Pacific-Zeiten jeweils tagsueber der “Daylight” und als Nachtzug der “Starlight”) beziehe ich mein kleines Schlafwagenabteil - wenn das Bett hergerichtet ist, kann man eigentlich nicht mehr wirklich drin sitzen … Aber es schlaeft sich recht gut in dem Bett, das mit einer Art Schlafsack-Leintuch bezogen ist.
Zuerst gehe ich jedoch noch in den Speisewagen - die Kueche ist gerade noch lange genug offen, dass ich noch zu einem Abendessen (das im Schlafwagenpreis inbegriffen ist) komme. Dort treffe ich noch auf ein paar andere, ebenfalls in San Jose zugestiegene Passagiere - sie setzen uns an denselben Tisch, denn so funktioniert das hier. Man kriegt nicht allein einen Tisch, es wird aufgefuellt … Und man trifft auf der ganzen Fahrt immer wieder dieselben Leute …

Die Fahrt fuerht durch die dunkle Nacht auf der Ostseite der San Francisco Bay entlang, mit halt in Oakland, Emeryville, Martinez und Davis. Spaeter haelt der Zug auch noch in Sacramento, Chico und Redding, aber diese Orte verschlafe ich …


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